Multifokallinsen - Alterssichtigkeit
Gut sehen nah und fern - Auch im Alter
Die Light Adjustable Lens auf einen Blick
- Einsatzbereich:
Ersatz der getrübten natürlichen Augenlinse beim Linsenaustausch (Katarakt-Operation, Operation des Grauen Stars).
Korrektur einer Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit und gleichzeitig bestehender Alterssichtigkeit.
Reine Alterssichtigkeit eingesetzt werden, falls die Unabhängigkeit von einer Lesebrille gewünscht wird.
- Besonderheit:
Moderne Multifokallinsen verfügen über drei Hauptbrennpunkte („Trifokal-Linse“) und ermöglichen scharfes Sehen in der Ferne, im mittleren und Nahbereich.
- Nachteile:
Das Bild ist nicht ganz so scharf wie mit einer Brille. Es können Lichthöfe (Halos) um Lichtquellen auftreten, die besonders bei Dämmering und Nacht als störend empfunden werden können.
Wie funktionieren Multifokallinsen?
Während eine monofokale Kunstlinse über nur einen Brennpunkt verfügt und somit nur in einer Entfernung scharf abbilden kann, weist eine multifokale Kunstlinse mehrere Brennpunkte auf, daher der Begriff "multifokal".
Moderne Multifokallinsen verfügen über drei Hauptbrennpunkte, daher wird auch häufig der Begriff „Trifokal-Linse“ verwendet.
Einer liegt (hier am Beispiel der in der Zeiss AT LISA trifokal IOL) in der Ferne und erhält 50 % des einfallenden Lichtes. Der zweite liegt bei zirka 30 – 40 cm und erhält 30 % des Lichtes, der dritte liegt bei zirka 60 cm und erhält 20 % des Lichtes.
In einem typischen Fall kann daher mit diesen Trifokallinsen in den genannten Entfernungen (von ca. 33 cm bis in die Ferne) ohne Brille gesehen werden, eine Brille ist somit nicht mehr oder nur noch selten erforderlich.
Wir setzen moderne Trifokale IOL ein, z. B. von Zeiss (AT LISA TRI) oder von Johnson & Johnson (Synergy).

Blick durch die Spaltlampe: Die multifokale Kunstlinse im Auge. Die zentralen Ringe erzeugen das Nahbild.
Allerdings hat dieser Komfort auch Nachteile:
Zum einen entsteht ein geringerer Bildkontrast, das Bild ist nicht ganz so scharf wie mit einer Brille.

Photographische Simulation des Sehvermögens mit der natürlichen Augenlinse (linkes Bild) und mit einer multifokalen Kunstlinse (rechtes Bild). Links ist die Sehzeichentafel in der Nähe scharf, die in der Ferne jedoch nicht lesbar. Rechts kann sowohl die Sehprobentafel in der Ferne als auch die in der Nähe gelesen werden, allerdings ist der Kontrast etwas geringer.
Oder in anderen Worten: Eine multifokale Kunstlinse kann nicht die Bildqualität bieten, die mit der natürlichen Augenlinse und einer zusätzlichen Brillenkorrektur erreicht wird.
Die Aufgabe der multifokalen Kunstlinse besteht vielmehr darin, eine brauchbare Sehschärfe in der Ferne und Nähe ohne zusätzliche Brillenkorrektur zu ermöglichen. Hierin ist die Multifokallinse der natürlichen Augenlinse im Alter überlegen.
Zum anderen kommt es durch die Verteilung des Lichtes auf mehrere Brennpunkte bei Dämmerung und Nacht zu feinen Lichthöfe um Lichtquellen, sog. Halos. Unser Gehirn lernt jedoch, mit diesen Veränderungen umzugehen, so dass sie meist nicht als störend wahrgenommen werden. In seltenen Fällen werden diese Halos vor allem nachts beim Autofahren als störend empfunden.
Ablauf der Operation, Heilungsverlauf
Der Linsenaustausch wird ambulant durchgeführt, zur Betäubung sind lediglich Augentropfen erforderlich. In der Regel werden beide Augen mit einem Abstand von 1-2 Tagen operiert. Am Operationstag wird das Auge nach dem Eingriff verbunden. Bereits am Tag nach der Operation ist Ihr Sehvermögen gut, die endgültige Stabilität wird aber erst nach ca. 8 - 12 Wochen erreicht.
Falls eine völlige Unabhängigkeit von einer Brille nicht erreicht wird, kann eine Restfehlsichtigkeit einige Wochen nach der Linsenoperation mittels einer Augenlaseroperation (Femto-LASIK) korrigiert werden.
Für wen sind Multifokallinsen geeignet?
Die Sehanforderungen des Patienten sind das Hauptkriterium für die Auswahl des Linsentyps.
Für Patienten, die Bücher lesen oder häufig Naharbeiten durchführen, kann die Brillenfreiheit im gewünschten Nahbereich nur mit trifokalen IOL erfüllt werden.
Bitte beachten Sie:
Eine multifokale Kunstlinse kann nicht die Bildqualität bieten, die mit der natürlichen Augenlinse und einer zusätzlichen Brillenkorrektur erreicht wird. Die Aufgabe der multifokalen Kunstlinse besteht vielmehr darin, eine brauchbare Sehschärfe in der Ferne und Nähe ohne zusätzliche Brillenkorrektur zu ermöglichen. Hierin ist die Multifokallinse der natürlichen Augenlinse im Alter überlegen.
Multifokale Linsen sind für Sie geeignet wenn Sie
» völlig auf eine Brille verzichten möchten und
» eine “Weichzeichnung“ in der Ferne und ggf. Lichthöfe (Halos) in Kauf nehmen.
Multifokallinsen sind nicht für Patienten geeignet, die an chronisch fortschreitenden Augenerkrankungen wie z.B. Grünem Star (Glaukom) oder gewissen Netzhauterkrankungen leiden.
Welche Probleme können mit Multifokallinsen auftreten?
Wie beschrieben ermöglichen multifokale Kunstlinsen durch die Verteilung des einfallenden Lichtes auf mehrere Brennpunkte ein scharfes Sehen in allen Entfernungen. Allerdings hat dieser Komfort auch einen Nachteil: Es entsteht ein geringerer Bildkontrast. Das heißt, das Bild ist nicht ganz so scharf wie mit einer Brille - dafür sieht man aber ohne Brille.
Wenn Sie eine Nahbrille (Lesebrille) nicht stört, bieten monofokale Kunstlinsen ein besseres Sehvermögen.
Wenn Sie andererseits völlig auf eine Brille verzichten möchten, ist dies derzeit nur mit multifokalen Kunstlinsen möglich.
Nach Linsenimplantatin werden in der Dämmerung häufig Lichthöfe um Lichtquellen beschrieben. Unser Gehirn lernt jedoch, mit diesen Veränderungen umzugehen, so dass sie meist nicht als störend wahrgenommen werden.
Multifokallinsen sind so aufgebaut, dass das Sehen in der Ferne besser ist als das Sehen in der Nähe. Hierdurch soll erreicht werden, dass Sie z.B. beim Autofahren keine Probleme haben. In vielen Fällen kann nach einer gewissen Lernphase ganz ohne Brille gelesen werden. Manche Patienten bevorzugen zum längeren Lesen eine Lesebrille, da das Lesen sonst zu anstrengend ist.
Grundsätzlich gilt, dass durch die Multifokallinse die Fehlsichtigkeit erheblich reduziert wird. Jedoch kann nicht in allen Fällen eine völlige Unabhängigkeit von einer Brille erreicht werden. Besteht nach der Operation eine Restfehlsichtigkeit, kann dieser einige Wochen später mittels einer Augenlaseroperation (Femto-LASIK) korrigiert werden.
Da es sich um eine Operation im Inneren des Auges handelt, können in extremen Ausnahmefällen schwerwiegende Komplikationen wie eine Infektion nicht ausgeschlossen werden.
Was können Sie tun, um mit Multifokallinsen gut zu sehen?
- Reiben Sie in den ersten Tagen nach der Operation nicht die Augen!
- Benutzen Sie regelmäßig die mitgegebenen Augentropfen; wenden Sie die Augentropfen jedoch nur so lange an, wie es Ihr Arzt angeordnet hat. Eine längere Anwendung der hochwirksamen Medikamente könnte Ihren Augen Schaden zufügen!
- Nehmen Sie die geplanten Nachuntersuchungstermine wahr.
- Kommen Sie einmal jährlich zur Kontrolluntersuchung, um evtuelle Veränderungen rechtzeitig erkennen zu können.
- Suchen Sie bei starken Schmerzen oder plötzlicher Sehverschlechterung sofort Ihren Augenarzt auf.
Es können auch einige wenige Probleme auftreten, die Sie nicht beeinflussen können:
Sehr häufig kommt es Monate oder Jahre nach dem Linsenaustausch zu einer sekundären Trübung hinter der neuen Kunstlinse (Nachstar), die unkompliziert mittels eines speziellen Lasers ohne erneute Eröffnung des Auges behandelt werden kann.
Eine Infektion, Erhöhung des Augeninnendruckes und oder Hornhauttrübung ist ebenfalls möglich, tritt aber nur in seltensten Fällen auf.
Weitere Informationen
» FreeVis Patienteninformation: Laser-Linsenaustausch