Welche Kunstlinse ist optimal?

Querschnitt durch das Auage. Eine Kunstlinse wird in den Kapselsack geschoben.

Monofokale, multifokale, EDoF und Light Adjustable Linsen auf einen Blick
  • Einsatzbereiche
    Kunstlinsen, die nach der Entfernung der getruebten Augenlinse (Grauer Star, Katarakt-Operation) implantiert werden
    Korrektur der Altersichtigkeit und einer gleichzeitig bestehenden Kurz- oder Weitsichtigkeit

  • Verlust der Akkomodationsfähigkeit
    Mit dem Austausch der körpereigenen Linse verliert das Auge die Fähigkeit, auf unterschiedliche Entfernungen scharf zu stellen (Akkomodation). In welchen Entfernungen nach der Operation ohne Brille scharf gesehen wird, hängt von der implantierten Kunstlinse ab.

  • Kunstlinsen für hohen Sehkomfort
    Es gibt eine Vielzahl von Speziallinsen, die besondere Eigenschaften aufweisen. Welcher Linsentyp für Sie am besten geeignet ist, hängt von Ihren Ansprüchen und Erwartungen ab; dies besprechen Sie persönlich mit Ihrem Operateur.
Linsen mit fester Brechkraft versus anpassbare Linsen

Es gibt zwei grundlegende Kategorien von Kunstlinsen: Linsen mit fester Brechkraft und anpassbare Linsen.

Ähnlich wie Brillengläser hat jede Linse eine bestimmte Stärke. Bei einer Linse mit fester Brechkraft wird diese vor der Operation festgelegt – also zu einem Zeitpunkt, an dem der Graue Star noch besteht. Nach der Implantation lässt sich die Linsenstärke ohne einen weiteren operativen Eingriff nicht mehr verändern, selbst wenn Ihr Sehergebnis noch nicht optimal ist.

In diese Kategorie fallen monofokale, multifokale und EDoF Linsen.


Bei einer anpassbaren Linse kann die Stärke hingegen nach der Operation verändert werden. Sobald der Graue Star entfernt wurde und Ihre Augen verheilt sind, können Sie Ihr Sehvermögen im Alltag erproben. Dabei lässt sich die Linsenstärke bis zu dreimal anpassen, bis die endgültige Einstellung zu Ihnen passt. Die Light Adjustable Lens der Firma RxSight ist die derzeit einzige von der FDA zugelassene Linse in dieser Kategorie.

Hauptkriterium für die Auswahl der Linse sind die Sehanforderungen des Patienten
  • Monofokale Kunstlinsen

    Wie der Name ("monofokal") sagt, verfügen diese Linsen über einen Brennpunkt, sie können also nur in einer Entfernung scharf abbilden, z.B. in die Ferne. Zum scharfen Sehen in der Nähe ist eine Nahbrille (Lesebrille) erforderlich.

    Monofokale Kunstlinsen bieten das beste Sehvermögen
    » wenn Sie perfektes Sehen wünschen und
    » eine Brille Sie nicht stört.

  • Multifokale Kunstlinsen oder kurz Multifokallinsen, Trifokallinsen

    Diese Linsen weisen mehrere Brennpunkte auf, daher der Begriff „multifokal“. Weil sie über drei Hauptbrennpunkte verfügen, werden sie häufig auch als „Trifokal-Linsen“ bezeichnet.
    In einem typischen Fall kann daher mit der Trifokallinse von ca. 33 cm bis in die Ferne scharf gesehen werden. Eine Brille ist nicht mehr oder nur noch selten erforderlich.
    Allerdings hat dieser Komfort auch Nachteile: Zum einen entsteht ein geringerer Bildkontrast, das Bild ist nicht ganz so scharf wie mit einer Brille.
    » Weitere Informationen zu Multifokallinsen

    Multifokale Linsen sind für Sie geeignet wenn Sie
    » völlig auf eine Brille verzichten möchten und
    » eine “Weichzeichnung“ in der Ferne und ggf. Lichthöfe (Halos) in Kauf nehmen.
    » Weitere Informationen zu Multifokallinsen

  • Kunstlinsen mit erweitertem Sehbereich (sog. EDoF-Linsen, „extended-depth-of-focus“) 

    EDoF Linsen ermöglichen ein scharfes Sehen ohne Brille im mittleren Bereich (z.B. Computer) und in die Ferne.

    Diese Spezieallinsen verwenden hierzu ein anderes optisches Prinzip als multifokale Linsen: eine „refraktive“ Optik statt einer „diffraktiven“ Optik. Dadurch gibt es deutlich weniger Halos (Lichthöfe um Lichtquellen) als mit multifokalen Kunstlinsen. EDoF Linsen bieten daher ein besseres Sehvermögen in der Ferne und im mittleren Bereich (Computer, Handy, etc.) als multifokale Linsen. Zum Lesen wird allerdings eine Lesebrille benötigt.

    EDoF Linsen für Sie geeignet wenn Sie
    » im Alltag keine Brille tragen möchten und
    » Lesebrille für Bücher Sie nicht stört.

  • Light Adjustable Lens (LAL)

    Die Brechkraft der Light Adjustable Lens (LAL) lässt sich nach der Operation mit speziellem UV-Licht individuell feinjustieren. Hierfür ist kein erneuter operativer Eingriff erforderlich. In anderen Worten: Falls nach der Operation noch eine Fehlsichtigkeit besteht, kann diese gezielt verringert werden.

    Die Light Adjustable Lens 
    » kann die Abhängigkeit von einer Brille verringern.
    » wird die Linse für gutes Sehen in der Ferne eingestellt, ist insbesondere für das Lesen und andere Tätigkeiten im Nahbereich häufig weiterhin eine Brille erforderlich.
    » Weitere Informationen zur LAL

 

Sehsimulator zur Veranschaulichung der Vor- und Nachteile verschiedener Modelle

Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Linsen werden in einem von der Firma Rayner entwickelten Sehsimulator anschaulich dargestellt.


» Sehsimulator starten (öffnet sich in einem neuen Fenster)
»Wählen Sie einen Augenzustand / Diagnose

Zur Auswahl stehen Grauer Star (Trübung der natürlichen Augenlinse) und Presbyopie (Alterssichtigkeit)
»Wählen Sie eine Linse (IOL)

Es stehen sowohl eine monofokale, multifokale und die RayOne EMV als EDoF-Linse für die Simulation zur Verfügung.
»Vergleichen Sie zwei Linsentypen miteinander

Nachdem Sie die Option "Vergleichen" ausgewählt haben, können Sie zwei Linsentypen gegenüberstellen und das optische Ergebnis vergleichen.
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